Reichweite und E-Mountainbikes: das müssen Sie wissen

Reichweite: Darf's ein bisschen mehr sein?

Trek Powerfly E-Mountainbike
Foto: Christian Lampe
Rätsel Reichweite: Wie weit fährt ein E-Bike? Wie viel Wattstunden braucht ein Akku? Welche Einflüsse gibt es? MountainBIKE klärt mit Unterstützung des E-Bike-Magazins auf: So wichtig ist das Thema wirklich.

Mehr ist mehr! Nicht nur am kalt-warmen Büfett. Auch beim Thema Reichweite gilt verbreitet diese Maxime. Nicht nur bei Fahrern, sondern ebenfalls bei den Herstellern. Doch warum lässt sich die Angst vor dem leeren Akku so gut vermarkten? Niemand muss ernsthaft fürchten, mit dem E-Bike auf der Strecke zu bleiben. Elektro-Fahrräder sind immer noch Fahrräder. Das bedeutet für Sie: Auch wenn der Akku leer ist, können Sie das Rad weiter fortbewegen, nur ohne Motorunterstützung. Trotzdem bleibt die Frage: Für wie viele Wattstunden (Wh) sollen Sie sich entscheiden?

Als Faustregel gilt: Je mehr Wattstunden, desto weiter die Reichweite. Fragen Sie sich, für was Sie Ihr E-Bike nutzen möchten. Für Fahrten in der Stadt und auf kurzen Touren (20 bis 40 km) kommen Sie mit 300 Wh in der Regel aus, für die längere Tour am Wochenende (40 bis 60 Kilometer) oder den sportlichen Einsatz sind Sie mit einer Kapazität von 400 Wattstunden in den meisten Fällen gut bestückt. Natürlich kann für spezielle Zwecke eine höhere Kapazität sinnvoll sein. Eine eindeutige Antwort ist unmöglich – auch weil die Reichweite von etlichen Faktoren abhängt. Eine Aufzählung: Temperatur, Topografie, Gewicht (Fahrer und Fahrrad), Windrichtung, Gepäck, Sitzposition, eigene Leistung, Rollwiderstand, Motoreffizienz, Fahrverhalten (Stop-and-go), gewählter Gang, Untergrund und natürlich die gewählte Unterstützungsstufe.

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M1 Spitzing E-Bike Fully Mountainbike MTB Foto: M1
Eurobike Award 2014 Foto: Messe Friedrichshafen | EUROBIKE
Klaxon Nelson E-Fatbike Neuheit 2015 Foto: Benjamin Linsner

Diese und weitere Faktoren haben einen Einfluss auf die tatsächliche Reichweite – in beide Richtungen. Die Fülle der Variablen macht deutlich, dass eine allgemeingültige Vorhersage der Reichweite unmöglich ist.

Herstellerangaben sind meist unter Idealbedingungen ermittelt. Ideale Temperatur, flaches Gelände, niedrige Unterstützung und so weiter. Daraus ergeben sich Maximalreichweiten, die im Alltag schwer zu erreichen sind. ElektroBIKE ermittelt die Reichweite auf einem Prüfstand in den Fahrprofilen Stadt, Tour und Berg. So werden realitätsnahe Ergebnisse ermittelt. Vor allem dienen die Prüfstandwerte aber der Vergleichbarkeit der Testmodelle.

Wenn Sie sich die Ergebnisse des E-Bike-Tests anschauen, werden Sie sehen, dass fast alle getesteten Räder sehr ordentliche Reichweiten zur Verfügung stellen. Vergleichen Sie die Werte mit der Länge der letzten Radtour, die Sie auf einem normalen Fahrrad absolviert haben. Oder mit Ihrem Weg zur Arbeit. In der Mehrzahl der Fälle sollten Sie keine Probleme bekommen. Gerade E-Mountainbiker möchten die Unterstützung gerade auf dem Weg bergauf erfahren, brauchen dafür in der Ebene und in Abfahrten keine Unterstützung.

Zumal es auch immer Gelegenheiten gibt, die Reichweite zu verlängern. Oft gibt es Möglichkeiten unterwegs den Akku zu laden, zum Beispiel an der Arbeitsstelle oder in einem Restaurant (in beiden Fällen vor dem Laden um Erlaubnis fragen). Schon nach einer Stunde sind viele Batterien mit mehr als 50 Prozent Kapazität geladen. Für ganz lange Tagestouren können Sie überlegen, ob Sie einen zweiten Akku im Reisegepäck mitnehmen.

08.05.2014
Autor: Björn Gerteis
© MOUNTAINBIKE