Mountainbike-Bilder perfekt präsentieren – so funktioniert’s

So präsentieren Sie Ihr MTB-Bilder perfekt

Im Projektor verklemmte Dias, über das Fern­bedienungskabel stolpernde (oder schnar­chende) Gäste sind Schnee von gestern: MountainBIKE verrät, wie Sie Ihre MTB-Bilder perfekt präsentieren.

Knipsen Sie auch gerne die Kumpels und sich selbst beim Mountainbiken? Und lassen auch Sie wie 99 Prozent aller Hobbyfotografen Ihre Digitalschätzchen auf dem Rechner vermodern, ohne dass sie je jemand zu Gesicht bekommt? Nicht mal Sie selbst? Dann wird es höchste Zeit für eine kleine Einführung ins Thema: erst abdrücken, dann angeben! Damit Ihre Bike-Beweisbilder endlich die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zusteht. Also: in vier Schritten zum Dia-Abend!

1. MTB-Bilder sichten

Was haben Aschenputtel und Digitalfotografen gemeinsam? Für beide gilt: die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Aschi sortiert so Linsen aus, fotografierende Mountainbiker (oder bikende Fotografen) ihre Fotos. Mit dem kleinen Unterschied, dass das Töpfchen die externe Festplatte ist und das Kröpfchen der PC-Papierkorb. Aber wie gelingt das Aussieben der besten MTB-Bilder für die Diashow oder das Fotobuch? Hierfür gibt’s Software, die normalerweise jeder Digitalkamera beiliegt.

Mit verschiedenen Ansichtsoptionen und einer Lupe kann man easy die Guten von den Bösen unterscheiden. Erstere werden mit einem bis fünf Sternchen gekennzeichnet, Letztere werden gelöscht. Heißer Tipp gegen das digitale Messitum: Behalten Sie die zehn Prozent Ihrer besten MTB-Bilder. Und werfen Sie den Rest weg!

2. Mountainbike-Bilder bearbeiten

Eben aus der Kamera gepurzelte Bilder sehen meistens ziemlich flau aus. Wer später beim Beamer-Abend stehende Ovationen empfangen will, braucht aber Mountainbike-Fotos, die knackig-bunt und scharf sind. Also: Pimp your Pics! Aber genauso einfach, wie sich Cindy aus Marzahn in Sophie Marceau verwandeln lässt, lassen sich aus schlechten Bildern preisverdächtig gute machen.

Größtes Qualitätsmanko der Kompaktknipsen (neben miesen Objektiven und winzigen Bildsensoren): Sie spucken meist nur JPGs aus. Spiegelreflexkameras und die neue Klasse der spiegellosen Systemkameras dagegen auch RAWs. Ob Belichtung, Sättigung oder Kontrast – an „digitalen Negativen“ kann man mit Bearbeitungsprogrammen gewaltig herumschrauben. Merke: Ohne RAW kein ernsthaftes Fotografieren!

3. MTB-Bilder archivieren

Wundern Sie sich, warum Ihr PC langsamer als die Katzenberger beim Kopfrechnen ist? Vielleicht liegt es einfach daran, dass er vollgepumpt mit ihren Beweisbildern der letzten Jahre ist. Merke: Digitalbilder gehören nicht auf den PC, sondern auf eine externe Festplatte. Wer sichergehen will, speichert seine Mountainbike-Bilder immer auf zwei Hard-Discs (die idealerweise an unterschiedlichen Orten gelagert werden). Profis „spiegeln“ ihre Festplatten für identische Inhalte.

4. Mountainbike-Bilder zeigen

Sie haben ein verregnetes Herbstwochenende ausgenutzt, um aus den 350 Gigabyte Bilddaten, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben, die beeindruckendsten Zeugnisse Ihres bisherigen Mountainbike-Lebens zu destillieren? Dann heißt es jetzt: Dia-Abend vorbereiten! Erste Frage ist nicht: Pringles oder Salzletten? Sondern: Wie viele Bilder können Sie Ihren Gästen zumuten? Hier gilt: Weniger ist mehr! Als Anhaltspunkt können Sie rechnen: Die Diashow sollte nicht länger als 45 Minuten dauern. Man will ja danach auch noch plaudern und die Fettreserven neu füllen.

Wenn Sie zu jedem Bild ein bisschen was erzählen wollen, sollten Sie es etwa 15 Sekunden herzeigen. Obacht: Sie sollten auch nur Bilder präsentieren, die Ihre Gäste so lange betrachten können. Schmerzfrei. Somit kommen Sie auf maximal 200 Bilder. Die gilt es jetzt in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Merke: Nichts ist so einschläfernd wie die chronologische Reihenfolge. Die sieben Etappen Ihres letzten Alpencross lassen sich zwar kaum anders als chronologisch aufzäumen, dennoch sollten Sie immer wieder ein „Aufweckbild“ einstreuen. Nächste Frage: Wohin sollen die Gäste schauen? Auf den Laptop, auf den Fernseher, auf eine Leinwand oder auf eine weiße Wand?

Für die letzten beiden Optionen brauchen Sie einen Beamer. Für alle Präsentationsarten brauchen Sie einen Rechner, auf dem Sie die Diashow gespeichert haben. Programme wie Adobes „Lightroom“ zaubern mit wenigen Klicks aus Ihren besten Bildern eine sehenswerte Präsentation – inklusive Musikuntermalung, Übergängen, Überschriften, und, und, und. Eines dürfen Sie dabei bloß nicht vergessen: Bier kalt stellen!

23.01.2013
Autor: Andreas Kern
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 12/2012