GPS-Navigation mit dem Handy – Vor- und Nachteile der Smartphone-Navigation

Navigieren mit dem Handy: Vor- und Nachteile

Ein GPS-Gerät ist Ihnen zu teuer? Es geht auch günstiger: Machen Sie Ihr Smartphone zum Navi.

Ein GPS-Empfänger ist bei Smartphones heute Standard. Warum sich also nicht beim Biken vom Handy führen lassen? Mit Apps wie Komoot, Viewranger oder OruxMaps mutiert das Mobiltelefon für wenige Euro, manchmal gar umsonst, zum GPS-Guide für Biker. Alle Apps führen mit Tracks über die Trails, manche sogar mit Routen und automatischer Zielführung. Unterwegs gibt ein Tripcomputer Auskunft über Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke, Höhe und mehr.

Doch damit nicht genug: Auch der mobile Tourenservice hat bei vielen Apps Einzug gehalten. Eine Schnittstelle zu Webportalen erlaubt etwa bei Outdooractive und ape@map den Download von GPS-Touren mit Karte und Beschreibung direkt aufs Handy, ganz ohne PC.

Viele Apps glänzen mit weiteren Extras. So kann man eine Kurznachricht mit seinen Standort-Koordinaten absenden, oft samt Kartenausschnitt. Was nicht nur bei Unfall die genaue Ortung erlaubt, sondern sich auch eignet, um einen Treffpunkt mit Bike-Kumpels zu vereinbaren. Über Live-Tracking können Freunde Ihr Bike-Abenteuer sogar online auf einer Karte im Web verfolgen.

Wie bei GPS-Geräten spielt auch bei Smartphone-Apps das Kartenangebot eine große Rolle. Erste Wahl zum Mountainbiken sind Apps wie ape@map, MagicMaps Scout oder Viewranger, die vor allem auf genaue topografische Karten setzen. Die Karten lädt man meist kachel- oder gebietsweise mit dem Handy aus dem Internet: am besten kostengünstig über eine WLAN-Verbindung. Die Preise liegen je nach Karte und Region bei wenigen Euro bis zu über 40 Euro.

Zu teuer? Mit fast allen Apps können Sie Open-StreetMaps, Google Maps und andere Gratiskarten nutzen. Damit das auch ohne Handy-Empfang möglich ist, sollten sich die Karten mit der App auf das Handy downloaden lassen.

So praktisch die GPS-Navigation per Smartphone auch ist, sie hat auch Nachteile. Auf den Displays vieler Modelle lassen sich bei Sonnenschein Details kaum erkennen. Auch sind die Handys — von Ausnahmen wie dem Samsung Galaxy Xcover 2 abgesehen — nicht fürs Biken gedacht, also weder robust noch wetterfest.

Schließlich reichen die Akkus im GPS-Modus meist kaum für Tagestouren. Bleibt also doch nur der Kauf eines GPS-Geräts? Nicht unbedingt, gibt es doch eine große Auswahl an Zubehör, mit dem Sie Ihr Smartphone fit für die Trails machen.

GPS-Navigation mit dem Smartphone: die Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Anschaffung des GPS-Geräts entfällt
  • Mobile Anbindung an Tourenportale
  • SOS-SMS mit Standort absetzbar
  • Livetracking über Webportal

Nachteile:

  • Kurze Akkulaufzeit im GPS-Modus
  • Weder robust noch wasserdicht
  • Displayablesbarkeit bei Sonne
  • Zusatzkosten für Zubehör
15.02.2010
Autor: Uli Benker
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 12/2014