Damals und heute: Bell-Helm 1994 vs. 2017

Bell-Helm: 1994 vs. 2017

MB Helm: Früher vs. heute
Foto: Det Göckeritz
Ein Blick auf die Evolution des Bike-Helms gleicht einem Duell Schildkröte gegen Sportwagen. Im Startblock stehen der Klassiker Bell Image von 1994, der gegen den aktuellen High-End-Helm Bell Volt RLX antritt.

Die Belüftung

Mit zehn Belüftungsöffnungen zählt der Bell Image von 1994 nicht einmal halb so viele wie der aktuelle Bell Volt RLX, der mit 22 Öffnungen echtes „Oben-ohne-Klima“ erzeugt. Doch nicht nur die Zahl der Löcher, auch ihre Form hat sich verändert. Zeigt der Oldie senkrechte Aussparungen, über die der Fahrtwind hinwegstreichen kann, wurden die Belüftungsöffnungen am Volt RLX in Fahrtrichtung positioniert. Diese leiten den Luftstrom in kanalartigen Verzweigungen um den Kopf und am Hinterkopf wieder aus der Helmschale.

Die Helmschale

Beim Image wurde das Kunststoff-Cover noch auf das EPS geklebt. Kurz darauf produzierte Bell 1994 mit dem Image II den ersten In-Mold-Helm. Die Schale des Volt RLX wurde im In-Mold-Verfahren gefertigt. Dabei wird der dämpfende EPS-Schaum direkt in das Kunststoff-Cover (Polycarbonat) geschäumt, wodurch ein fester Verbund ohne Klebebindung entsteht. Für die Sicherheit des Image sorgte das Zertifikat nach Snell-Standard B90. Der Volt RLX ist nach EN 1078 zertifiziert. Wer Geschmack am Test-Zahlensalat hat, hier eine Kostprobe: 2,2 statt 1,5 Meter, 300 statt 250 g, 4 statt 20 Schläge ...

Das Tragesystem

Am Image Gurtbänder, die durch die Belüftungsöffnungen laufen und per Klickverschluss unter dem Kinn verbunden werden, dazu eine Hinterkopfspange(!), die per Elastikband an den Kopf gedrückt wird. Beim Tragesystem ist der Fortschritt nicht zu übersehen. So erzeugt der den Kopf umlaufende Headring am Volt RLX, der im Nackenbereich per Drehknopf fixiert und angepasst wird, nicht nur einen wackelfreien Sitz, er saugt sich regelrecht an den Kopf. Auch das Kinnriemensystem ist simpler und präziser einzustellen, sitzt ohne Druckstellen.

Das Gewicht

Gerade mal vier Gramm schwerer ist der alte Bell Image gegenüber dem Bell Volt RLX bei demontiertem Visier. Doch ein Blick auf die Größenkennung verrät: Größe L tritt hier gegen Größe M an, die alte „Eierschale“ ist also absolut gesehen sogar etwas leichter. Und das, obwohl der Abdeckungsbereich der Helmschale fast identisch mit der des Volt ist.

Das Design

Zwar gab es auch in den Neunzigern schicke Sportwagen, an das stromlinienförmige Design von Ferrari und Co. erinnern Bike-Helme jedoch erst seit Anfang des 21. Jahrhunderts. Der fossil anmutende Bell Image erinnert an eine behäbig kriechende Schildkröte, die nur unter größter Anstrengung Berge bezwingt - von „fast forward“ keine Spur. Die aggressiven Spoiler am Heck des Volt RLX sprechen hingegen eine ganz andere Designsprache, sehen nach purem Vollgas aus – roaaarr!

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18 Bilder
Alpina Valparola XC Foto: Benjamin Hahn
MOUNTAINBIKE Bell Volt RL-X Foto: Benjamin Hahn
MOUNTAINBIKE Bluegrass Goldeneyes Foto: Benjamin Hahn
06.02.2017
Autor: MOUNTAINBKE
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 11/2016