Federgabeln im Test

Dauertest: Rock Shox RS-1

Rock Shox RS-1
Foto: Benjamin Hahn
Mit der RS-1 stellte Rock Shox die Federgabelwelt buchstäblich auf den Kopf. Kann die Race-/Trail-Gabel auch auf Dauer „schocken“? Wir haben die Rock Shox RS-1 mehr als ein Jahr lang getestet.

Was uns gefällt

  • Im Dauertest kaum Pflege nötig
  • Exzellente Bremssteifigkeit
  • Leicht, coole Optik, innovativ

Was uns nicht gefällt

  • Radeinbau, Kompatibilität

Vor gut eineinhalb Jahren präsentierte Rock Shox die Upside-down-Gabel RS-1 – und „schockte“ die Konkurrenz. Obwohl das „Standrohr-unten-Prinzip“ am MTB lange Jahre als umstritten – theoretisch geringere Steifigkeit, im Gegenzug weniger zu federnde Eigenmasse – galt, waren erste Eindrücke und spätere Tests geradezu überschwänglich.

Auch viele CC-/Marathon-Profis setzen mittlerweile voll auf die RS-1. Umso spannender somit die Frage: Wie performt die sündteure RS-1 auf Dauer? Die Eckdaten des Testmodells: 120 mm Federweg, 29" (inzwischen gibt’s die RS-1 auch in 27,5"), Carbon-Chassis, 1692 g Gewicht inklusive Remote. Schmidt: „Sie wippt selbst im Wiegetritt kaum, spricht aktiv an, agiert in der Summe aber eher straff.“

Fotostrecke: Neun Federgabeln mit 120 mm Federweg im Test

18 Bilder
DT Swiss OPM ODL NCS 120 Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE DT Swiss OPM ODL NCS 120 Hebel Foto: Benjamin Hahn
MountainBIKE Formula Thirty Three Foto: Benjamin Hahn

Zwischendurch veränderte Schmidt mit Hilfe der mitgelieferten Token (kleine Plastikspacer) die per se lineare Kennlinie – richtig viel Komfort ließ sich der RS-1 aber nicht entlocken. „Für mich ist die RS-1 klar auf den Race- und aggressiven Trailbiker, weniger auf den gemütlichen Tourer ausgerichtet“, so Schmidt, der sich ansonsten von der unglaublich hohen Bremssteifigkeit beeindruckt zeigte.

Die Torsionssteifigkeit, das bauartbedingte „Ur-Problem“ aller Up­side-down-Gabeln, erwies sich in Praxis und Labor als „noch gut“. Dies ist vor allem ein Verdienst der Predictive-Steering-Achse und der speziellen Oversize-Naben – die es aktuell aber nur von Sram und DT Swiss gibt, was die Kompatibilität der Gabel noch stark einschränkt.

Auch der fummelige Ein-/Ausbau des Vorderrads ist nichts für schwache Nerven: Die Ausfallenden verdrehen sich – ebenfalls bauartbedingt. Aber davon abgesehen erwies sich die RS-1 im gut 3000 Kilometer währenden Trail-Dauerfeuer als erfreulich unzickig und robust.

Kein Lagerspiel ist zu spüren, die Stand- und Tauchrohre sehen noch nahezu aus wie aus dem Ei gepellt. Schmidt: „Da die Gabel ja buchstäblich kopfsteht, sind Dichtungen und Innenleben immer perfekt geschmiert, generell kam die RS-1 komplett ohne Pflege aus – das relativiert den enormen Preis ein wenig.“

Technische Daten des Dauertest: Rock Shox RS-1

Preis: 979 Euro
Gewicht: 1692 Gramm (29", 120 mm, 160 mm Schaftlänge, Steckachse)
Testdauer: 14 Monate

11.09.2015