Im Test: Das Mondraker E-Crafty R+


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Mondraker E Crafty
Foto: Chris Pauls

 

Mondraker E Crafty
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Mondraker E Crafty
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Mondraker E Crafty
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Mondraker E Crafty
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Die spanische Marke Mondraker hat sich rein auf MTBs spezialisiert. Dazu gehören natürlich auch E-MTBs, wie das Plus-bereifte-Fully E-Crafty R+ mit Bosch-Antrieb. Wir haben das Bike für euch auf den Hometrails getestet.

E-Fullys liegen voll im Trend, das weiß auch die spanische Edelmarke Mondraker und führt das E-Crafty mit Bosch-Antrieb und fetten Plus-Reifen im Programm. Durch die fetten Reifen mit 3 Zoll Breite und 27,5 Zoll Durchmesser soll sich das E-Crafty einerseits komfortabel und sicher fahren, andererseits aber vor allem Trail-Enthusiasten ansprechen.

Zudem setzt Mondraker auf eine spezielle Geometrie, mit der die Spanier 2012 den MTB-Markt überraschten und damit viele Bike-Hersteller zum Nachahmen inspirierten. Die sogenannte Forward-Geometrie ist so konzipiert, dass der Vorbau möglichst kurz gehalten wird. Die richtige Sitzlänge generiert Mondraker über ein sehr langes Oberrohr. Laut Mondraker soll dies für mehr Laufruhe im Downhill sorgen und gleichzeitig bleibt die Sitzposition komfortabel. Die besten Eigenschaften von Downhill-Bikes sollen so mit denen eines Touren-Bikes vereint sein.

Am Hinterbau-System setzt Mondraker auf die sogenannte Zero-Suspension-Technologie. Was nicht bedeutet, dass dieser null Millimeter Federweg hat, sondern Zero soll dafür stehen, dass keine Power in der Federung verpufft und auch sonstige Antriebseinflüsse quasi nicht existent sind.

Das Mondraker E-Crafty R+ im Detail

Bei den Federelementen setzt Mondraker am E-Crafty R+ auf Rock Shox. Die Yari-Federgabel ist eine Mittelklasse-Gabel und bietet 140 mm Federweg. Sie ist stabil wie eine Rock Shox Pike oder Lyrik und kommt mit Steckachse. Am Heck sitzt ein hochwertiger Rock-Shox-Monarch-Plus-Dämpfer, der ebenfalls 140 mm Hub bereitstellt.

Beim E-Antrieb geht Mondraker keine Kompromisse ein und setzt auf den neuen, starken Bosch-Performance-Line-CX-Motor und kombiniert diesen mit der Sram-GX-Schaltgruppe aus der Mittelklasse.

Die Bremse Avid DB 3 mit 200 mm Scheiben vorne und 180 mm Scheiben hinten sorgt am E-Crafty für Verzögerung, sie stammt zwar nicht aus dem Hochpreissegment der amerikanischen Komponentenmarke Sram, weiß aber das hohe Gewicht eines E-Bikes zu bändigen.

Insgesamt ist das E-Crafty R+ durchdacht ausgestattet, aber für stolze 5199 Euro dürfte man zusätzlich eine Vario-Sattelstütze erwarten.

Die Ausstattung auf einen Blick:

Rahmen: Mondraker-Stealth-Evo-Alu-Rahmen mit Forward-Geometrie und Zero-Suspension-Hinterbau

Motor: Bosch Performance Line CX mit 400W/H Bosch Akku (500 W/H optional für 200 Euro Aufpreis)

Bordcomputer: Bosch Intuvia

Federgabel: Rock Shox Yari 27,5+ RC 140 mm

Dämpfer: Rock Shox Monarch Plus RC3 140 mm

Schaltung: Sram GX 1 x 10 Gänge 11 bis 36 Zähne/Miranda-Kurbel mit 14 Zähne Kettenblatt

Bremsen: Avid DB 3 mit 200 mm Scheibe vorne/180 mm Scheibe hinten

Laufräder: MDK EP1 40 für
schlauchlos gedacht/Achsen: 15x110 mm vorne und 12x157 mm hinten

Reifen: Maxxis Chronicle 27,5x 3“ TLR Exo (Schlauchlos tauglich)

Anbauteile: OnOff

Gewicht: 22,1 kg

 

Mondraker E Crafty
Foto: Chris Pauls Das E-Crafty R+ von Mondraker liebt steile, schnelle Abfahrten.

Testfahrt: So fährt sich das Mondraker E-Crafty R+

Bereits beim ersten Aufsitzen spürt man den „neuen“ Geometrie-Ansatz. Auch optisch fällt auf, dass der Vorbau kurz und das Oberrohr lang ist. Der Fahrer sitzt angenehm gestreckt und somit sportlich auf dem E-Crafty von Mondraker. Die breiten Reifen vermitteln Sicherheit, während der breite Lenker für ein erhabenes Gefühl sorgt.

Die Lust auf den nächsten Trail einzubiegen ist enorm. Gesagt, getan: Hier lässt sich das E-Crafty präzise durch Kehren dirigieren. Dabei zeigt es keine Spur von Nervosität. Laufruhig strebt es voran und giert vor allem dann nach Mehr, wenn es steil und schnell wird. Hier vermisst man dann leider die absenkbare Vario-Sattelstütze, für die zumindest die Zugverlegung schon vorhanden ist.

Dank des gelungenen Cockpits fühlt man sich sicher, die fetten Reifen geben ihr Quäntchen Sicherheitsplus hinzu. Zumindest solange es trocken ist, denn im Matsch kommt der etwas Profil-geizige Chronicle von Maxxis schon mal leicht ins Schwimmen.

Stark: Der neuen CX-Bosch-Motor, dem die 10-fach-Übersetzung völlig ausreicht, um selbst steilste Berge hoch zu fliegen. Zum Teil reißt er so stark am Kettenstrang, dass man das Gefühl bekommt, der Rahmen verwindet sich leicht. Um den Akku zu schonen sollte der Fahrer ab und an in eine der drei stromsparenden Modi schalten, denn Mondraker verbaut am E-Crafty nur den 400 W/H-Akku. Dieser kann jedoch gegen einen 500 W/H-Akku für 200 Euro Aufpreis getauscht werden.

Die Federung zeigt sich ruhig und arbeitet effizient. Gabel und Hinterbau harmonieren. E-Bike-typisch: Damit das Fahrwerk nicht aufgrund des hohen Gewichts des Bikes zum Nachwippen neigt, sind die Federelemente eher straff abgestimmt.

Fazit:
Das Mondraker E-Crafty R+ ist ein E-Fully mit top moderner Geometrie. All-Mountain-Biker, die ein Bike mit hoher Laufruhe und dennoch agilem Handling suchen, liegen beim E-Crafty, das durch seine exklusiven Detaillösungen auffällt, genau richtig. Biker, die auf der Suche nach einem Schnäppchen sind, dürfte das Mondraker jedoch zu teuer sein.

22.04.2016
Autor: Chris Pauls
© E-MOUNTAINBIKE