Cube Nutrail Hybrid - das E-Fatbike im Test

Fahrbericht: E-Fatbike Cube Nutrail Hybrid


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Cube Nutrail Hybrid
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Ein Bike fürs ganz grobe Gelände: E-MountainBIKE Redakteur Holger Schwarz fährt das 2016er E-Fatbike Cube Nutrail Hybrid im Dauertest. Hier seine Eindrücke.

UPDATE Januar 2016: So fährt sich das E-Fatbike Cube Nutrail Hybrid im Schnee

Der Winter ist da, juhu! Auf mein Cube Nutrail Hybrid wartet die nächste Prüfung: der Einsatz im Schnee. Als Teststrecke dient die Fahrt zur Arbeit, 25 Kilometer zwischen Stuttgart und Leonberg.

Auf den ersten Kilometern geht’s durch den Stuttgarter Schlossgarten. Untergrund hier: eine geschlossene, festgetretene Schneedecke. Während sich neben mir Berufspendler mit ihren dünnen Tourenradreifen wie auf rohen Eiern vorankämpfen, freut sich mein E-Fatbike über diese Genussstrecke. Der Grip ist top, kein Rutschen, kein Durchdrehen der Räder.

Selbst auf vereistem Untergrund – typisch, wenn der Schnee tagsüber zu Matsch wird und nachts gefriert – bietet mein Cube Nutrail Hybrid noch Traktion. Klar: Beim Anfahren mit höchster Unterstützungsstufe oder bei einer Vollbremsung würde es mich jetzt auf die Nase legen - aber mit einer gleichmäßigen Fahrweise meistere ich auch diese Hürde problemlos, während neben mir die Tourenradfahrer ihre Räder teilweise schieben.

Nächste Herausforderung: die Hasenbergsteige, eine steile Rampe stadtauswärts mit bis zu 15% Steigung. Auch hier finde ich wieder eine festgetretene Schneedecke vor - und auch hier marschiert mein E-Fatbike problemlos den steilen Stich hinauf.

Auf halber Strecke zwischen Stuttgart und Leonberg geht’s dann in den losen, pulvrigen Schnee. Etwa 15 Zentimeter hoch liegt hier die weiße Pracht. Feiner, fluffiger Powder - darunter eine gefrorene Wiese.

Mit höchster Unterstützungsstufe fahre ich in der Ebene an. Der Grip passt, hinter mir spritzt der Schnee in die Luft, und meine Mundwinkel wandern nach oben. Doch sobald es im tiefen Schnee bergauf geht, kommt mein E-Fatbike an seine Grenzen. Das Hinterrad beginnt durchzudrehen, nur ein Teil der Motorenergie geht jetzt noch in den Vortrieb. Das Fahrgefühl ist ziemlich schwammig, richtig Spaß macht’s nun nicht mehr.

Und im tiefen Schnee bergab? Hier heißt’s: Langsam fahren (was für mich als begeisterter Tiefschnee-Skifahrer gar nicht so leicht ist). Denn sobald ich die Bremse aufmache, wird’s gefährlich - jede Kurve würde bei höherer Geschwindigkeit dazu führen, dass mein Bike seitlich wegrutscht. Deshalb lautet das Motto: mit gezogener Bremse nach unten und dann die letzten Kilometer heil ins Büro kommen.

Fazit: Die Fahrt zur Arbeit war ein echtes Erlebnis. Mit keiner anderen Bike-Kategorie hätte ich so viel Spaß gehabt wie mit einem E-Fatbike. Lediglich im hügeligen Terrain mit tieferem Schnee wäre ich lieber auf Ski als mit meinem Cube Nutrail Hybrid unterwegs gewesen.

 

Cube Nutrail Hybrid
Foto: Holger Schwarz Das Cube Nutrail Hybrid im harten Wintereinsatz.

Die erste Begegnung mit dem Cube Nutrail Hybrid

„Das ist also mein neues Gefährt für den Winter. Boah!“ Als das Cube Nutrail Hybrid Mitte November 2015 bei uns in der Redaktion eintraf, stand ich erst einmal mit großen Augen und einem halb geöffneten Mund (vielleicht war er auch weiter geöffnet) vor meinem neuen Spielzeug.

Allein die 4 Zoll breiten Jumbo-Jim-Reifen machen schon verdammt was her. Und dann kommen noch so nette Details wie eine per Lenkerfernbedienung absenkbare Sattelstütze oder die extrem breite (geht ja auch nicht anders, bei den dicken Reifen) Bluto-Federgabel von Rock Shox dazu – ebenfalls per Lenkerfernbedienung blockierbar. Ich stehe erst einmal andächtig vor dem Bike und begutachte Part für Part – bis ich schließlich beim Motor lande.

Die Performance-Line-CX-Maschine von Bosch soll also in den nächsten Wochen und Monaten dafür sorgen, dass ich beim Fatbiken noch mehr Spaß habe, als das Rad mir (ohne Motor) ohnehin schon verspricht. Innerlich mache ich schon erste Luftsprünge. Aber erst mal ruhig bleiben und testen, denke ich mir.

Noch kurz das Bike an den Wiegehaken gehängt: 22,5 Kilo. Nicht ganz leicht, aber ich habe ja den hoch gelobten Bosch-Motor als Unterstützung – und so lange der genug Strom vom 500 Wh starken Akku bekommt, ist ja alles gut. Also, nichts wie in die Bike-Klamotten geschlüpft und ab auf die erste Testfahrt.

Fahrbericht: Das Cube Nutrail Hybrid im Test

Zugegeben: Für jemanden, der noch nie zuvor Fatbike – geschweige denn E-Fatbike - gefahren ist, sind die Lenkbewegungen zunächst schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Auf den ersten Asphalt-Metern vor unserem Büro reagiert das Bike beim Einlenken richtig träge. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen!

Aber spätestens nachdem ich den Motor eingeschaltet habe, verfliegt die Skepsis: Vier Unterstützungsstufen (Eco, Tour, Sport, Turbo) bietet die Performance-Line-CX-Maschine von Bosch. Gleich mal auf die höchste Stufe geschaltet – und ab geht die Post! Nichts mehr zu spüren von Trägheit – jetzt zieht’s mich nach vorne, aber gewaltig.

Jetzt schnell dorthin, wo das E-Fatbike am meisten Spaß machen soll: in möglichst unwegsames Gelände. Schon auf dem Weg dorthin merke ich, dass ich auf keinem gewöhnlichen Bike sitze. Die 4 Zoll breiten Jumbo-Jim-Reifen geben als Abrollgeräusch ein tiefes Brummen von sich, wie ich es so noch von keinem anderen Bike vorher gehört habe - und der Freilauf klackert fast so laut wie das Glücksrad in der gleichnamigen Fernsehsendung.

Je unwegsamer das Gelände, desto größer der Spaß mit dem Cube Nutrail Hybrid

Dann geht’s ab in den Wald. Und dort spielt das E-Fatbike genau dort seine Stärken aus, wo normale Mountainbikes oder E-MTBs mit schmalen Reifen an ihre Grenzen kommen. Je schwerer der Untergrund, desto größer ist das Grinsen in meinem Gesicht. Selbst durch tiefe Spuren von schweren Waldfahrzeugen komme ich dank der enormen Traktion meines Cube Nutrail Hybrid problemlos durch – bergauf hilft mir die Motor-Power immer dann, wenn meine Muskelkraft an ihre Grenzen stößt.

Und wie sieht’s im Schlamm aus? Auch hier hat das Nutrail Hybrid seinen Spaß (ich übrigens auch) und zieht, wenn auch etwas schwammig, durch den tiefen Boden. Lediglich bei höchster Unterstützungsstufe entwickelt der Motor beim Tritt in die Pedale eine solch große Kraft, dass das Hinterrad im Matsch durchdreht.

Kleiner Wehrmutstropfen: Wenn’s auf ruppigen Trails mit vielen Wurzeln und Steinen richtig schnell zur Sache geht, dann fängt das E-Fatbike unangenehm zu Hüpfen an. Bouncing nennt sich der Effekt, bei dem das Cube Nutrail Hybrid mit seinen dicken Reifen zum Flummi wird.

Wenn ich etwas Luft aus den fetten Schlappen nehme (0,5 statt den 0,7 Bar, mit denen ich normalerweise unterwegs bin), wird’s zwar besser. Richtig kontrolliert sind die Auf- und Ab-Bewegungen des Nutrail Hybrid aber trotzdem nicht. Heißt für mich: lieber gemütlich über die Trails cruisen als zackig drüber zu hoppeln.

Apropos gemütlich cruisen: Das mache ich am liebsten auch auf breiten, geschotterten Forstwegen. Denn ab 25 km/h hört die Unterstützung des Motors auf – wenn ich schneller unterwegs bin, muss ich alles aus eigener Kraft treten. Deshalb schalte ich in der Ebene gerne zurück in den Tour-Modus und gleite an der 25km/h-Grenze dahin. Bergauf geht’s dann in den Turbo-Modus - und mit vollem Rückenwind der Bosch-Maschine dem Gipfel entgegen.

Das E-Fatbike Cube Nutrail Hybrid im Detail:

  • Rahmen: Aluminium
  • Schaltwerk/-hebel: Shimano XT
  • Kassette: Shimano XT, 11-42, 11fach
  • Laufradsatz: Answer Fat Atac, 80SL, HR 12x177mm, VR 15x150mm
  • Reifen: Schwalbe Jumbo Jim, Kevlar, 4,0"
  • Bremsen: Magura MT5, 180mm Scheiben vo./hi.
  • Gabel: Rock Shox Bluto RL SA, PopLoc, 100mm
  • Sattelstütze: Cube 120 mm absenkbare Stütze, vom Lenker bedienbar
  • Motor: Bosch Drive Unit Performance CX (75 Nm) Cruise (250 Watt)
  • Akku: Bosch Power Pack 500 Wh
  • Display: Bosch Intuvia
  • Gewicht: 22,5 kg (gemessen, mit Pedalen)
  • Preis: 3.699 Euro

Fotostrecke: Ganz schön fett! Das Cube Nutrail Hybrid

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Cube Nutrail Hybrid Foto: Holger Schwarz
Cube Nutrail Hybrid Foto: Holger Schwarz
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10.12.2015
Autor: Holger Schwarz
© E-MOUNTAINBIKE